Donnerstag, 16. Juli 2015

Es war einmal - Ein fotografiertes Märchen

                      


Ein fotografiertes Märchen aus der Welt der Zwirbel und wie es sich gehört, beginnt auch dieses mit:





                       Es war einmal...






...in einem längst vergessenen kleinen Ort,
 am Rande des grossen Waldes.


 Gut versteckt zwischen Bäumen, Steinen und Wurzeln,
 lebten seit je her die Zwirbel.






Sie waren fleissige, fröhliche und geduldige Wesen
 – so schilderten es einzelne – 
denn gesehen haben sie bisher nur wenige.







Man erzählte sich die unglaublichsten Geschichten
 und alle waren sich einig – 
diese Wichtel-Wesen aus dem Wald seien gute Geschöpfe
 und man könne sie getrost in Frieden leben lassen.




Doch vom wahren Leben in Wehlontar, 
dem Ort an dem die kleinen Wesen lebten,
 wusste keiner, 
auch nicht von der Aufgabe und den Gefahren 
denen sie sich täglich stellten.




Sie waren die eigentlichen Hüter 
und Wächter des Waldes in Wehlontar und sorgten stets für Ordnung.






Auch gehörte zu ihren Aufgaben, 
die Bäume zu kitzeln, 
damit sich diese streckten und höher in den Himmel wuchsen.






Und manchmal, 
wenn sie mit ihrer Arbeit im Wald fertig waren, 
bemalten sie Blumen oder betupften diese mit Regentropfen, 
damit die Erdenmenschen sich daran erfreuen konnten
 und somit die Natur etwas mehr schätzten.







Früher war das keine Sorge der kleinen Wichtel in Wehlontar.
 Auch die Erdenmenschen wussten,
 wie wichtig die Natur, die Pflanzen, Kräuter, 
Tiere und Naturgeister waren. 
Doch diese Werte wurden immer weniger, 
die Erdenmenschen vergassen und verlernten
 an kleine Waldvölker zu glauben.






Vor vielen jahren gewährten sie einem Erden-Menschenkind die Ehre,
 ihr kleines Dorf sehen zu dürfen
 und die kleine Welt zu entdecken.






Doch als Ardalon, so hiess das Menschenkind,
 erwachsen wurde,
 vergass auch er das Dorf der Zwirbel immer mehr
 – er vergass nicht nur – 
er begann an seiner früheren Entdeckung und der Existenz der Zwirbel zu zweifeln. 
Er vergass sogar sein Versprechen, 
dass er vor vielen Jahren Katlaron, dem ältesten des Zwirbeldorfes gab.
 Das versprechen, 
mit der Natur respektvoll um zu gehen 
und alles mögliche zu tun um Arduinna,
 die Waldgöttin, zu unterstützen..







Und so kämpften die Waldwesen
 nun alleine und im verborgenen.






Unermüdlich versuchten sie den Erdenmenschen die Schönheit des Waldes zu zeigen, 
stets zauberten sie neue, 
unglaubliche Dinge in die Natur
...aber die Erdenmenschen konnten es nicht mehr sehen
 und so verloren sie auch den glauben
 an die kleinen Völker des Waldes 
und deren magische Wirkung.






 Ein paar wenige Erdenmenschen allerdings, 
nicht nur kleine, 
glauben..nein..wissen, 
dass es mehr gibt als man auf den ersten Blick sehen kann. 
Sie können die Natur wirklich sehen 
und glauben an kleine Wunder. 
Sie versuchen die Zwirbel und die Waldgöttin zu unterstützen. 
Solange es diese Erdenmenschen gibt, 
ist Magie nicht verloren.




So bleibt mir nicht mehr als zu erwähnen: 
und wenn sie nicht gestorben sind, 
dann leben sie noch heute 
an den verborgenen Orte des Waldes 
und zeigen uns was wirklich wichtig ist.







Text, Figuren & Photos © Nathalie Bird